Auf diesen Webseiten stellen wir unsere Arbeit und deren Ergebnisse seit Mitte der 1990er Jahren vor.
Aktuelle Informationen, z.B. über Veranstaltungen sind über Instagram (@aknsjustiz) zu erhalten. Wer sporadisch Informationen oder Einladungen per E-Mail bekommen möchte, wende sich bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Wir konzentrier(t)en unsere Arbeit auf „Blinde Flecken” der Mannheimer Stadtgeschichte in der NS-Zeit.
Ausgangspunkt waren die Aktionen zum Skandalurteil des Mannheimer Landgerichts. Stichwort: Richter Orlet und der Holocaustleugner Günter Deckert (NPD) im Jahr 1994.
Die Rolle der Mannheimer Justiz im Nationalsozialismus war zu diesem Zeitpunkt nicht aufgearbeitet. Die Schutzbehauptung, es habe sich bei den Todesurteilen des NS-Sondergerichts vor allem um Schwerkriminalität gehandelt, konnten die damals beteiligten Juristen 50 Jahre lang aufrechterhalten. Erst 1998 wurden die Urteile des NS-Sondergerichts pauschal aufgehoben [näheres: SONDERGERICHT].
Um ein Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz haben wir acht Jahre lang mit Vertretern der Justiz gerungen. Nun steht es zwischen den Gebäuden der Mannheimer Juristen-Fakultät, dem Land- und dem Amtsgericht [näheres: MAHNMAL].
Bei der Recherche für die Ausstellung „Arisierung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs” stießen wir auf den Werdegang des Mannheimer Ehrenbürgers und Mäzens – Heinrich Vetter und seine Familie. Es stellte sich heraus, dass er und seine Chronisten seine persönliche NS-Geschichte und die „Arisierungen” systematisch verschwiegen hatten. Großes Interesse in der Stadtgesellschaft führten zur wissenschaftlichen Recherche des gesamten Themas [näheres: "ARISIERUNG"] und mündeten in der Einrichtung eines NS-Dokumentationszentrums.
Wir begannen die Aufarbeitung von Zwangssterilisationen in der NS-Zeit in Mannheim und forderten ein Mahnmal für diese fast „vergessene” Opfergruppe. Ein mobiles städtisches Mahnmal „wandert” zu Orten der ehemaligen Täter*innen-Institutionen in Mannheim, die in der NS-Zeit in die erzwungenen Sterilisierungen verstrickt waren. Wechselnde Schulen betreuen das Mahnmal und befassen sich mit der Aufarbeitung einzelner Schicksale. Hierzu wurde ein pädagogisches Konzept entwickelt [näheres: ZWANGSSTERILISATION].
Nachdem schließlich nach 75 Jahren auch die „Ver leugneten Opfer“ (im KZ mit grünem und schwarzen Winkel markiert) durch einen Beschluss des Bundestages pauschal als NS-Opfer anerkannt werden, konnten wir bisher durch die Darstellung von einzelnen Mannheimer Schicksalen von Menschen aus dieser Opfergruppe einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten [näheres: "ASOZIAL"].
In einer Broschüre „Wider das Leugnen – Wider das Vergessen – 30 Jahre + Arbeitskreis Justiz und Geschichte des Nationalsozialismus in Mannheim e.V.” haben wir unsere vielseitigen Aktivitäten dokumentiert. Insbesondere zwei Szenische Lesungen möchten wir hervorheben: eine zum Thema „Furchtbare Juristen“ und eine weitere über ein beispielhaftes Verfahren zu drei Opfern der Zwangssterilisation.

Die Broschüre kann auch als PDF-Datei von unserer Webseite heruntergeladen werden.